Architektur ist die Kunst der Macht. Ihre allgegenwärtige Präsenz unterscheidet sie von anderen künstlerischen Sparten. Gerade deshalb rückt sie vorzugsweise ins Blickfeld Regierender gleich welcher Legimitation. Vertreter aller Herrschaftsformen nutzen allzu gerne die Chance, markante architektonische Zeichensetzungen mit ihrem Namen „auf ewig“ zu verbinden. Diktatoren ...mehr
08.03.2010
Die Bundesbauten der jungen BRD waren Bauaufgaben ohne Tradition und Vorbild. Die zeitlichen Erntstehungsumstände und das künstlerische Empfinden des Bauherrn spiegeln sie jedoch eindrücklich. Ein neuer Band des Wasmuth Verlags untersucht dies anhand des Bonner Bundeshauses von Hans Schwippert
Vor sechzig Jahren, am 7. September 1949, konstituierte sich mit dem Deutschen Bundestag das neue westdeutsche Parlament im gerade hergerichteten Bonner Bundeshaus. Am 12. September 1949 wählte hier die erste Bundesversammlung das erste Staatsoberhaupt. Die neue Deutsche Demokratie besaß nun für Jahrzehnte einen baulich fixierten Mittelpunkt, den der Düsseldorfer Architekt Hans Schwippert verantwortete. Noch stärkere gestalterische Präsenz trat ein, als der große Plenarsaal 1953 erweitert werden musste. Die Stirnwand zeigte nun an der Stelle von Vorhängen mit Länderwappen den markanten Bundesadler von Ludwig Gies. Dieser ausdrucksvolle Entwurf firmierte seitdem zum Signet des Parlaments und selbstbewussten Staatszeichen. ...mehr
Sie zählen zu den Stiefkindern der Forschung – Möbel des Spätbiedermeier und des Historismus. Die Stiftung der preußischen Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat sich ihrer angenommen und einen Bestandskatalog der Möbel dieser Periode in Berliner und Potsdamer Schlössern beim Akademie Verlag publiziert
Im Gegensatz zum Kunstmarkt, der historistische Möbel im Stil à la Boulle oder Ludwig XV. inzwischen mit Preisen dotiert, die fast denen der Originalmöbel entsprechen, hat die Möbelforschung um die zweite Hälfte des 19ten Jahrhunderts in den letzten Jahrzehnten einen großen Bogen gemacht. Zwischen Biedermeier und Jugendstil klafft eine Lücke, die wohl nicht zuletzt mit der Ambivalenz der sogenannten Neo-Stile zu tun hat. Auch der Möbelhistoriker Jörg Meiner, der den ausführlich bearbeiteten und reich bebilderten Bestandskatalog zum Mobiliar aus der Regierungszeit der preußischen Könige Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861) und Wilhelm I. (1861-1888) erstellt hat, schlüpft nicht in die Rolle eines Geschmacksverfechters des Historismus. Mit nüchterner wissenschaftlicher Distanz sieht Jörg Meiner die neobarocken, neogotischen und Neorokoko-Innendekorationen dieser Periode als ein „Zusammenspiel von Ästhetik und politischer Implikation“, interpretiert er die Möblierung als eine „Visualisierung von Historie“. ...mehr
Eine umfangreiche neue Publikation stellt Neubauten der Bundesrepublik Deutschland aus den letzten zwei Jahrzehnten vor
Architektur ist das sichtbarste Zeichen von Kunst, ihr gesteigerter, realistischer Ausdruck. Bauen erschöpft sich nicht nur in Zweckerfüllung. Im staatlichen Auftrag errichtete Häuser prägen maßgeblich die Identität des Landes, sind exponierte Visitenkarten. Sie verkörpern das Niveau der gesellschaftlich-staatlichen Verfasstheit. Dem entsprechend hoch anzusetzen ist die besondere Verantwortung des öffentlichen Bauherrn. In einer Demokratie gestaltet sich die eigenverantwortliche Bautätigkeit mitunter recht kompliziert. Die Nachteile der Staatsform, wie Einbindung vieler Interessen, lange Verfahrenswege, Ideenfindung in der Regel über Wettbewerbe, Kompromisse oder mangelnde Kontinuitäten, können die Qualität eines Entwurfes bis zur Unkenntlichkeit verwässern. ...mehr
Das Buch „Die Malweiber. Unerschrockene Künstlerinnen um 1900“ zeichnet die von zahlreichen Hindernissen begleiteten Karrieren malender Frauen in einer einstigen Männerdomäne nach
Frauen sind für die Familie zuständig. Sie sorgen für die Erziehung der Kinder, für das leibliche Wohl und die Behaglichkeit des Mannes, der in die weite, feindliche Welt hinausgehen muss. Diese überkommene Vorstellung wirkte lange bis ins 20. Jahrhundert hinein nach. Der Berufswunsch der Frau stand erst einmal hinten an. Und wenn sie dann noch eine künstlerische Neigung hatte und das Malen, Zeichnen oder die Bildhauerei zu ihrem Beruf machen wollte, wurde es ganz schwierig. Eine akademische künstlerische Ausbildung stand aus finanziellen und gesellschaftlichen Gründen nur in den seltensten Fällen überhaupt zur Debatte. ...mehr