Neben den bildenden Künsten, der Musik, dem Theater oder der Literatur soll im Jahr der Kulturhauptstadt Metropole Ruhr auch die Baukunst angemessen gewürdigt werden. Signifikante neue Projekte wie das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen im Duisburger Binnenhafen, mehrere Museumseröffnungen wie David Chipperfields Museum Folkwang in Essen bis hin ...mehr
30.08.2010
Oft wurden deutsche Bundespräsidenten in der Bonner Beethovenhalle gewählt. Der denkmalgeschützte Bau der 1950er Jahre wurde nun vorerst vor dem Abriss gerettet
Mit offenen Armen wird dem Besucher der Empfang bereitet. Ein lang hinaus gezogener Eingangstrakt kommt ihm entgegen und geleitet ihn zum Hauptkorpus der Beethovenhalle. Am Hang hoch über dem Rhein, nördlich des Bonner Altstadtkerns, waltet immer noch staatstragend und eingebettet in eine famose Grünanlage die einstige gute Stube von Stadt und Staat. Wie ein auftauchender Walfisch markiert die weich aufschwingende, kupfergedeckte Kuppel des emporragenden Zentrums zeichenhaft den großen Saal, umfangen von ineinander greifenden Flachbauten aus unterschiedlich geformten Kuben. Das Haus ohne Axialität und Symmetrie erschließt sich erst beim Umgehen und offenbart den feinen Dualismus von offenen und geschlossenen Elementen, der mit geraden, runden und eckigen Bauteilen einhergeht. ...mehr
Ins Abseits gedrängt vom Regime und den männlichen Kollegen: Der Band „und jetzt. Künstlerinnen aus der DDR“ stellt die wichtigsten Positionen weiblicher Kunst der DDR vor
Viele von ihnen sind durch das Sieb der jüngeren Kunstgeschichtsschreibung gefallen. Die Rede ist von Künstlerinnen, die in der DDR gelebt und gearbeitet haben. Oftmals führten sie ein trotziges Schattendasein abseits von ihren männlichen Kollegen, die wie Willi Sitte, Werner Tübke oder Bernhard Heisig staatliche Anerkennung erfuhren und in den offiziellen Künstlerverbänden der DDR aktiv waren. Nicht so die in diesem Buch vorgestellten unangepassten weiblichen Absolventinnen der Kunstakademien. Sie gingen nicht in den Westen, um dort eine internationale Karriere zu starten wie etwa der in der Oberlausitz geborene Maler Georg Baselitz, der nach Querelen an der Hochschule für bildende Künste in Berlin Weißensee an die Hochschule der bildenden Künste in West-Berlin wechselte. Sie blieben im Land und rebellierten still, aber nicht unbedingt leise. Sie agierten in geheimen Untergrundforen und Nischen, versteckt, aber nicht unbemerkt. ...mehr
Ein umfangreicher Sammelband analysiert Facetten der Baukunst im Italien Mussolinis
Architektur ist die Kunst der Macht. Ihre allgegenwärtige Präsenz unterscheidet sie von anderen künstlerischen Sparten. Gerade deshalb rückt sie vorzugsweise ins Blickfeld Regierender gleich welcher Legimitation. Vertreter aller Herrschaftsformen nutzen allzu gerne die Chance, markante architektonische Zeichensetzungen mit ihrem Namen „auf ewig“ zu verbinden. Diktatoren befrieden hier ihren ausgeprägten Drang zur Selbstdarstellung. Bauten transportieren Botschaften, dienen aber auch der Begleichung sozialer oder verkehrstechnischer Bedürfnisse, die sich politisch-propagandistisch exzellent ausnutzen lassen. Doch außerhalb des reinen Machtkalküls ist Architektur keineswegs nur politische Handlangerin, sondern besitzt immer auch ein gewichtiges Maß künstlerischer Eigenlogik. ...mehr
Die Bundesbauten der jungen BRD waren Bauaufgaben ohne Tradition und Vorbild. Die zeitlichen Erntstehungsumstände und das künstlerische Empfinden des Bauherrn spiegeln sie jedoch eindrücklich. Ein neuer Band des Wasmuth Verlags untersucht dies anhand des Bonner Bundeshauses von Hans Schwippert
Vor sechzig Jahren, am 7. September 1949, konstituierte sich mit dem Deutschen Bundestag das neue westdeutsche Parlament im gerade hergerichteten Bonner Bundeshaus. Am 12. September 1949 wählte hier die erste Bundesversammlung das erste Staatsoberhaupt. Die neue Deutsche Demokratie besaß nun für Jahrzehnte einen baulich fixierten Mittelpunkt, den der Düsseldorfer Architekt Hans Schwippert verantwortete. Noch stärkere gestalterische Präsenz trat ein, als der große Plenarsaal 1953 erweitert werden musste. Die Stirnwand zeigte nun an der Stelle von Vorhängen mit Länderwappen den markanten Bundesadler von Ludwig Gies. Dieser ausdrucksvolle Entwurf firmierte seitdem zum Signet des Parlaments und selbstbewussten Staatszeichen. ...mehr