Carl Gustav Carus in Dresden  |  | Carl Gustav Carus, Die Dreisteine in Riesengebirge, 1826 | |
Arzt, Naturforscher, Philosoph, Kunsttheoretiker, Künstler – Carl Gustav Carus vereinte viele Eigenschaften in sich und brillierte in ihnen allen. Neben Goethe oder Humboldt war er vielleicht einer der letzten Vertreter jenes Bildungsstrebens, das im besten Falle zum „Universalgelehrtentum“ führte. Dennoch muss er immer wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückgeholt werden, um unter seinen bekannteren Zeitgenossen nicht in Vergessenheit zu geraten. Im vergangenen Jahr fand in Dresden bereits ein großes Symposium über ihn statt, nun eröffnete im Residenzschloss und Semperbau am Zwinger die bisher größte Carus-Retrospektive. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden verfügen über mehr als siebenhundert Zeichnungen und Druckgrafiken sowie 22 Gemälde des Künstlers und damit über den bedeutendsten Bestand. Zusammen mit der Alten Nationalgalerie in Berlin sind nun rund 250 Gemälde und Zeichnungen zu bewundern, die umfangreiches Zeugnis von seinem Denken und Schaffen ablegen.
Künstlerisch gehört Carl Gustav Carus zu jener Gruppe, die man als die Dresdner Romantiker bezeichnet hat und deren ideeller Kopf Caspar David Friedrich war. Auch Carus malte vornehmlich stille Landschaft aus heimischen Gegenden, besetzt mit düsteren Nadelbäumen und bedeutungsschwangeren Felsbrocken. Auch theoretisch beschäftigte er sich etwa in seinen „Neun Briefen über Landschaftsmalerei“ intensiv mit dieser Kunstgattung, die sich damals erst wieder aus ihrem niedrigen Stand zu erheben begann und als Resonanzboden menschlicher Empfindungen zu größter Bedeutung für die romantische Malerei gelangte. Darüber hinaus dokumentieren Briefe, medizinische Instrumente, zahlreiche Schriften und Briefe sowie etwa dreißig Objekte aus seiner Abguss- und Schädelsammlung sein Wirken als Naturforscher und Arzt. Die Ausstellung enthält ferner rund fünfzig Werke von Zeitgenossen des Künstlers, die Carus’ Schaffen in einen größeren geistesgeschichtlichen Zusammenhang stellen.
Die Ausstellung „Carl Gustav Carus. Natur und Idee“ läuft bis zum 20. September. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ins Museum kostet 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro, für Schüler bis 18 Jahren 1 Euro. Der Katalog kostet in der Ausstellung 29,90 Euro, im Buchhandel 35 Euro.
Gemäldegalerie Alte Meister – Semperbau am Zwinger
Theaterplatz 1
D-01067 Dresden
Telefon: +49 (0)351 – 491 46 79
Telefax: +49 (0)351 – 491 46 94
Residenzschloss
Taschenberg 2
D-01067 Dresden
Telefon: +49 (0)351 – 491 421 1
Telefax: +49 (0)351 – 491 422 2 |