Halberstadt präsentiert Marienaltärchen für kurze Zeit  |  | Kleinod aus dem Halberstädter Domschatz – das Marienaltärchen von 1517 | |
Heute holt der Halberstädter Domschatz ein wertvolles Kleinod aus dem Depot und präsentiert es drei Tage lang. Im Rahmen Sommeraktion „Ton am Dom – Keramik, Kunst und Köstlichkeiten“ wird vom 3. bis 5. Juli ein Altärchen mit Marienikone, datiert auf das Jahr 1517, erstmals öffentlich vorgestellt. Im geöffneten Zustand erscheint die Gottesmutter Maria, die den Jesusknaben auf dem linken Arm trägt. Das Bild ist die Kopie eines berühmten Vorbildes: In der römischen Kirche Santa Maria del Popolo wird eine Marienikone aufbewahrt, die als wundertätiges Gnadenbild starke Verehrung genießt. Im Jahr 1478 erklärte Papst Sixtus IV. diese Marienikone zu einem vom Evangelisten Lukas gemalten authentischen Bild der Maria.
Die Ikone versprach eine Begegnung mit dem wahren Antlitz Mariens und mit dem kindlichen Heiland. Viele Kopien entstanden nach diesem Gnadenbild und zogen europaweit in Kirchen, Klöster und Wohnhäuser ein. In kleinem Format dienten sie der individuellen Zwiesprache mit den zentralen Personen der christlichen Heilsgeschichte. Das Hauptbild des unrestaurierten Altärchens könnte auch in Rom gemalt und dann nach Halberstadt gekommen sein. Es zeugt von der intensiven Marienverehrung im späten Mittelalter.
Zudem gedenkt die Stadt Halberstadt und der Domschatz, der mit seinen 650 Einzelstücken zu den bedeutendsten Kirchenschätzen weltweit zählt, an diesem Festwochenende der Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Genau vor 50 Jahren, am 3. Juli 1959, trat der Domschatz nach der kriegsbedingten Auslagerung wieder an die Öffentlichkeit. Anlässlich dieses Jubiläums wird es am 3. Juli ab 19 Uhr im Kapitelsaal Gespräche mit Zeitzeugen geben, die die Zerstörung und die Wiedereröffnung vor 50 Jahren miterlebt haben.
Der Domschatz Halberstadt hat in den Sommermonaten täglich außer montags von 9 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.
Domschatzverwaltung
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